[Rezension] Die Magie der kleinen Dinge – Jessie Burton

Cover von Blanvalet
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Cover von Picador
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Die Magie der kleinen Dinge

Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur ihr Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – sowie dunkle Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden …

Origialtitel: The Miniaturist
19,99€ gebunden
9,99€ Taschenbuch
8,99€ Ebook
Blanvalet Verlag
480 Seiten

 

Petronella kommt aus einer verarmten, adligen Familie und heiratet deshalb den Amsterdamer Kaufmann Johannes Brandt. Mit Hoffnungen und Ängsten zieht sie ein paar Wochen später bei ihm ein, allerdings schlägt ihr sofort Desinteresse und Abneigung von so ziemlich Jedem im Haus entgegen. Aber als sie dann Dinge für ihr neues Puppenhaus bei einem Miniaturisten bestellt, werden die Dinge seltsam. Dieser Miniaturist scheint mehr zu wissen als sie und versucht ihr Botschaften zu senden.
Die Handlung ist nicht aktionreich, aber das muss sie auch gar nicht, denn die vielen Geheimnisse, die sich durch das Buch ziehen sind spannend genug. Manche Geheimnisse erfahren wir schon recht früh, andere erst später, aber wir bekommen immer wieder dezente Hinweise und das nicht nur von den Puppen. Ich lag mit meinen eigenen Vermutungen oft falsch, da das Buch viele überaschende Wendungen hat. Allerdings gibt es auch die ein oder andere langatmige Passage.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön. Sie beschreibt Dinge bildlich und ausführlich und man hat das Gefühl, dabei zu sein. Auch wenn es ein historischer Roman ist, ist er in der Gegenwartsform geschrieben, was mich erst stutzig gemacht aber dann total begeistert hat, denn es fühlte sich umso mehr so an als wäre man im Buch dabei. Was ich ebenfalls sehr gelungen finde, sind die holländischen Begriffe, die wie ganz selbstverständlich einfließen.

Die Protagonistin Nella ist erst achtzehn Jahre alt, als sie heiratet und wir lernen sie als ziemlich naiv und eingeschüchtert kennen. Allerdings finde ich die Charakterentwicklung, die sie durchmacht sehr gut und glaubwürdig. Außerdem gab es diese Person wirklich und sie hatte auch wirklich ein Puppenhaus, auch wenn ich nicht weiß in wie weit sich das Buch an die Tatsachen hält. Auch die anderen Charaktere sind super entwickelt. Man lernt ihre guten und schlechten Seiten kennen und sie überzeugen mit dem was sie tun. Ich mochte zum Beispiel Johannes unbeschwerte und leicht überhebliche Einstellung total gern.

Der Titel und das Cover gefallen mir beide total gut und waren auch letztendlich Kaufgrund des Buches. Und tatsächlich finde ich Cover und Titel im Deutschen schöner als im Original und das passiert nun wirklich nicht so oft.

„Die Magie der kleinen Dinge“ ist ein ruhiger, aber trotzdem spannender Roman, der einen über das Leben nachdenken lässt. Ich habe mich trotz kurzer Langatmigkeit sehr gut unterhalten und deshalb gibt es 4 von 5 Bücherwelten.

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