[Rezension] Schwarzer Horizont (Dark World Saga 1) – Ivo Pala

Cover von Droemer Knaur
Cover von Droemer Knaur
Schwarzer Horizont

Seit dem Weltendonner herrscht überall ewige Nacht. Asche verdunkelt den Himmel, die Welt wird zunehmend eisiger. Äcker und Felder sind tot; nichts wächst mehr. Menschen verhungern auf den Straßen. Andere verschwinden spurlos auf mysteriöse Weise. Zwei Hochkulturen, Twyddyn und Milara, bekämpfen einander zu Land und See um die letzten Ressourcen und die Macht auf dem neu entdeckten, geheimnisvollen Kontinent Kutera. In einem Sturm aus Schlachten und Intrigen trotzen der Krieger Raymo, die Sklavin Lizia und der Mönch Ash ebenso der feindseligen Natur wie ihrem unbarmherzigen Schicksal.
Der Auftakt zur »Dark World Saga«: Ein düsterer, actiongeladener Fantasy-Roman mit hohem Blutzoll

14,99€ Paperback
12,99€ Ebook
Droemer Knaur Verlag
400 Seiten

 

Im ersten Band der „Dark Worlds“-Saga wird eine Welt ohne Sonnenschein vorgestellt. Der Himmel wird von dunklen Aschewolken verdeckt, und das hat natürlich auch Folgen für die Natur und das Leben. So ist es zum Beispiel extrem kalt. Dieses Gefühl ist aber nicht richtig bei mir angekommen und war dann ganz vorbei, als die halbnackten Ureinwohner beschrieben wurden. Auch die hatten in zwei Jahren Zeit, sich an das neue Klima zu gewöhnen, warum sollten sie immer noch nur mit einem Lendenschurz rumlaufen? Ansonsten war das Setting aber nachvollziehbar und interessant. Die Menschen haben kaum noch genug Nahrung, was Hungersnöte und Armut auslöst, und um Ressourcen wird erbittert gekämpft.
Das alles hat aber erstmal nichts mit der Story zu tun, der wir folgen. Generell wird erst in der Hälfte des Buches klar, was eigentlich unsere Story ist. Bis dahin bekommen wir nur einen Überblick der Welt, den Veränderungen seit dem Weltendonner und die Einführung der Hauptcharaktere. Die zweite Hälfte ist dafür aber spannend und hat unvorhersehbare Wendungen, auch wenn ich vorher gedacht habe, ich weiß wo das Buch hinführt. Ein paarmal wurde die Handlung dann herumgeschlagen und ich war Feuer und Flamme für all den Verrat und Intrigen.

Was mich aber, vor allem am Anfang, sehr gestört hat, waren die Kapitelaufteilungen. Wir lesen das Buch durch drei Protagonisten, die ihre eigenen Kapitel in der dritten Person haben. Diese Kapitel bestehen aber immer nur aus ein paar wenigen Seiten und dann wird wieder gewechselt, was vor allem den Einstieg sehr schwer macht und den Lesefluss hemmt. Gegen Ende, wenn der Spannungshöhepunkt erreicht ist, werden die Kapitel länger, aber bis dahin hat mich der ständige Wechsel oft genervt.

Was den Lesefluss für mich noch etwas gestört hat waren die unaussprechlichen Namen und Sonderzeichen. Manchmal hatte ich das Gefühl, Ivo Pala hat einfach in die Tasten gehauen und das dann als Name verwendet. Außerdem hat er Zeichen als Buchstaben genommen wie zum Beispiel „Þ“. Wie spricht man das aus? Das Buch hat zwar einen Anhang, indem alle Namen nochmal erklärt werden, aber verwirrt war ich trotzdem sehr.

Wie weiter oben schon erwähnt, haben wir drei Protagonisten, das wären einmal der ehemalige Fürstensohn Raymo, der sich auf den Weg in die Hauptstadt macht, in der Hoffnung, da ein besseres Leben leben zu können. Diese Hoffnung wird durch seinen Stolz und seine Sturheit schnell zunichte gemacht und er muss wieder ums Überleben kämpfen. Aber er nimmt sein Schicksal selbst in die Hand und ist der aktivste unserer Protas, der auch die meiste Lesezeit bekommt. Als zweites haben wir die junge Sklavin Lizia, bei der recht schnell klar wird, dass sie mehr als bloß eine Slavin ist. Sie selbst ist da allerdings nicht so schnell von Begriff. Sie stolpert eher von einer Situation in die nächste, ohne das sie irgendetwas dagegen tun kann. Ihr Charakter entwickelt sich aber durch das ganze Buch hinweg. Der interessanteste Charakter ist meiner Meinung nach der Mönch Ash und ausgerechnet den bekommen wir kaum zu sehen. Seine Kapitel sind extrem kurz und rar. Er kann plötzlich eine Stimme hören, die ihm erklärt, es wäre die Stimme Gottes und bald bekommt er auch Beweise dieser übernatürlichen Kraft. Allerdings ist er hin und her gerissen. Er will Gott dienen, weil er ja immerhin der Gott ist, aber gleichzeitig findet er diesen Gott auch unnötig grausam. Die Protagonisten sind aber sehr blass. Ich hätte mir gerne gewünscht, dass sie mehr Tiefe bekommen. Lizias Charakterentwicklung und Ash Zwiespalt ist da leider das einzige was wir bekommen. Die Nebencharaktere sind bloß Mittel zum Zweck. Sie sind da um die Handlung voran zu bringen und dann nicht mehr wichtig. Der einzige, den ich da richtig gut finde ist der ambitionierte und grausame Arl ak Sokay, der gute wie auch schlechte Seiten hat und außerdem eine Hintergrundgeschichte. Fast schon mehr als die Protas.

Der Titel passt gut zum Buch, da die Aschewolken am Himmel allgegenwärtig sind, und außerdem hört es sich auch noch sehr gut an. Das Cover sieht super aus und macht Lust auf einen Highfantasyroman, aber zwischenzeitlich dachte ich, es passt vielleicht doch nicht so ganz. Aber doch, es passt.

„Schwarzer Horizont“ ist ein Roman, in dem der Aufbau der Welt toll verpackt ist und die Handlung immer wieder überrascht. Allerdings enthält er Charaktere die zu oberflächlich sind und Namen, die verwirren. Auch ist es gar nicht so einfach in das Buch reinzukommen und deshalb bekommt es von mir 3 von 5 Bücherwelten. Ich werde aber Band 2 auf jeden Fall lesen, wenn er erscheint, ich bin doch neugierig wie es mit der Handlung weitergeht.

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